29. Oktober - 2. November 2021
jeweils 15.00 - 17.00 Uhr

Martinskirche

 

manİfest(o)

Eintritt frei

Theater und Kulturinstitutionen aller Städte, in denen der sogenannte NSU seine Opfer fand, seine Taten plante oder seine Ideologie entwickelte, leisten Beiträge zum bundesweiten Projekt Kein Schlussstrich! Auch Kassel bietet eine Plattform, wo ein Teil der Aufführungen des musikalisch performativen, transmedialen und partizipativen Oratoriums Manifest(o) des Komponisten Marc Sinan realisiert wird. Die Aufführungen sollen in Form eines Rituals an sieben Tagen und zwölf Orten gleichzeitig stattfinden, miteinander verbunden über Video- und Audiotechnologie. Publikumsreaktionen sind hier Teil des Gesamteindrucks: Widerstand, Konflikt, Freude, Unfug, Trauer und Verzweiflung werden hör- und sichtbar.

Die Rieger-Orgel der Kasseler Martinskirche wird dabei vollständig über Sensoren kontrolliert und reagiert auf die Anwesenden, die sich im Kirchenraum bewegen. Ist der Raum leer, pulsiert die Musik; je voller der Raum wird, desto fragiler wird die Performance, bis hin zu vollständiger Stille.

Ziel des Projekts Kein Schlussstrich! ist es, die Hintergründe und Folgen der rassistischen NSU-Morde und rechtsextremen Strukturen inmitten der deutschen Gesellschaft künstlerisch-diskursiv zu thematisieren, Zusammenhänge aufzuzeigen und anders sichtbar zu machen. Besonders die Musik ist geeignet, Menschen emotional zu berühren und zur Reflexion anzuregen.

Der Komponist, Gitarrist und Produzent Marc Sinan erprobt in seiner Arbeit neue Wege der Kollaboration zwischen Künstler*innen im transkulturellen, transmedialen und musiktheatralen Kontext. Seine sozialkritischen, konzeptionellen und meist abendfüllenden Werke werden international aufgeführt.

 

Marc Sinan (*1976)
Manifest(o) – Die Abwesenheit Gottes / Tanrının Yokluğu

 

Martinskirche © Constantin Meyer