KASSELER MUSIKTAGE

27. Okt. – 6. Nov. 2022

WOHIN GEHST DU?

Auf welche Reise gehen unsere Sinne, wenn wir Musik in unerwarteten, überraschenden Kombinationen wahrnehmen? Welche neuen Räume eröffnen sich unseren Augen und Ohren, wenn wir jahrhundertalte Klänge, die für den Kirchenraum entstanden sind, plötzlich auf einer Theaterbühne hören? Wie verwandeln Expertinnen für historische Musik und Erfinder heutiger Klangwelten, Tänzer*innen unterschiedlicher Stile bis hin zu Breakdance diese alte Musik, wenn sie sich ihr mit großem Respekt spielerisch, improvisierend, assoziativ widmen?

Die betörenden Gesänge, mit denen Heinrich Schütz vor rund 400 Jahren seine Zeit und nachfolgende Generationen prägte, erklingen bei mehreren Veranstaltungen während der kommenden Kasseler Musiktage, die den in Kassel ausgebildeten Komponisten anlässlich seines 350. Todestags in den Mittelpunkt des Festivals rücken. Vom Landgrafen Moritz aus dem elterlichen Gasthof in Weißenfels nach Kassel geholt, erhielt Schütz eine umfassende Ausbildung in der damaligen Schule im Renthof, wurde von hier zu einem der bedeutendsten Komponisten nach Italien geschickt und kam verwandelt wieder, bevor er an den sächsischen Hof nach Dresden ging, um von dort aus erneut nach Italien, aber auch nach Wrocław und Kopenhagen zu gehen.

Die Berliner Musiktheater-Kompanie Nico and the Navigators, die für ihren ebenso eigenwilligen wie sinnstiftenden Zugriff auf tradierte Kompositionen bekannt ist und gern verschiedene ästhetische Wege begeht, widmet sich in einer Koproduktion mit dem Staatstheater Kassel, dem Heinrich Schütz Musikfest | SCHÜTZ22 und dem Theater Altenburg Gera dem Werk des frühbarocken Komponisten. Zum zweiten Mal nach der 2016 aufgeführten Barockoper Los Elementos entsteht auch für die Kasseler Musiktage eine szenische Aufführung, die nun im Schauspielhaus zu erleben sein wird.

Zudem werden in den ersten Tagen des Festivals, die zugleich das 51. Internationale Heinrich-Schütz-Fest in sich bergen, herausragende Interpret*innen auf den Spuren dieses einzigartigen Komponisten wandeln, an Orten, die Schütz selbst mit seiner Musik erfüllte: Sowohl in der Martinskirche als auch in der Alten Brüderkirche dürfte er die Orgel gespielt haben.

An diese bekannten, aber auch an neu entstandenen Spielorten sind zahlreiche Konzerte in gewohnten und überraschenden Konstellationen zu erleben, gestaltet unter anderen von Collegium und Collegium vocale 1704, Johann Rosenmüller Ensemble, Apollon Musagète Quartett, Stegreiforchester, The Present, hr-Sinfonieorchester und Heinrich-Schütz-Ensemble.

Gehen Sie mit uns auf eine musikalische Entdeckungsreise durch verschiedene Jahrhunderte und unsere Gegenwart! Das ausführliche Programm erscheint im August 2022.

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